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Freiwillige Feuerwehr Reichenbuch

Die Abteilung Reichenbuch Heute

Die Abteilung Reichenbuch besteht derzeit aus 23 aktiven Kameraden in der Einsatzabteilung, 14 jugendlichen Mädchen und Jungs, sowie 7 Alterskameraden.

Der Abteilung Reichenbuch steht nachfolgende Wehrführung vor:

Abteilungkommandant & Jugendwart   Andreas Pokorny
Stellv. Abteilungskommandant   Claus-Peter Koch
Abteilungsausschuss   Björn Hedrich
Simon Küller
Ralf Roth
Herbert Schäfer
Schriftführer
 
Kassier   Patrick Kirschenlohr
Jugendleiter    



Historie

Gründungsjahre

Bis zum Jahr 1990 war es recht unklar, in welchem Jahr die Reichenbucher Feuerwehr eigentlich gegründet wurde. Durch gemeinsame Bemühungen des damaligen Ortsvorstehers Hermann Backfisch, dem Ortschaftsrat, Bürgermeister Obermeier und der Feuerwehr konnte eine erste Erwähnung einer Reichenbucher „Löschmannschaft“ aus dem Jahr 1886 durch eine Ortsbereisung des Bezirksamtes festgestellt werden. Das Gründungsdatum 1886 wurde schließlich 1990 als offizielles Gründungsdatum festgeschrieben.

Weitere Dokumente aus den Jahren 1889 und 1892 belegen die Existenz einer Löschmannschaft in Reichenbuch.  Auch in diversen Dokumenten aus den Jahren zwischen 1921 und 1940 bestand wohl weiterhin eine Löschmannschaft – zeitweise gar mit 30 Mann – jedoch keine „Freiwillige Feuerwehr“ im eigentlichen Sinn. Folgender Absatz kann dann schließlich einem Dokument aus dem Jahr 1940 entnommen werden: „Am vergangenen Sonntag, 26.05.1940 haben wir in hiesiger Gemeinde (...) die Gründung einer Freiw. Feuerwehr veranlasst. Solche besteht aus 25 Mann und wurde durch Aufstellung des Führerrates damit bestätigt und ebenfalls dem Kreisfeuerwehrführer zugeleitet.“ Während des zweiten Weltkrieg hatte diese Freiwillige Feuerwehr wohl nicht sehr lange Bestand gehabt. Bereits acht Jahre später im September 1948 wurde erneut eine Freiwillige Feuerwehr in Reichenbuch gegründet. Dies war ein gründungsfreudiges Jahr, zumal auch in diesem Jahr der FV Reichenbuch gegründet wurde.

Nachkriegsjahre und erste technische Ausrüstung

In den Anfangsjahren konnte man bei Übungen nur sogenannte „Trockenübungen“ ausüben, da einfach das vorhandene Schlauchmaterial schlecht und poröse war. Außerdem war keine vernünftige Wasserentnahmestelle vorhanden. Das Wasser hätte damals vom alten Hochbehälter beim „Wasserreservat“ mit eigenen Fässern von Landwirten geholt werden müssen, so ein Kamerad der Altersmannschaft. Gott sei Dank hatte die freiwillige Feuerwehr in dieser Zeit keinerlei Brandeinsätze. Als Pumpe wurde ca um 1950 eine Tragkraftspritze mit 400 Liter Pumpleistung/min. angeschafft.

Vermutlich im Jahr 1964 konnte ein Tragkraftspritzenanhänger von der Firma Ziegler in Giengen als Ersatz für den Schlauchkarren beschafft werden. Dieser wurde durch ein Traktor an die Einsatzstelle gezogen und hatte ein Gesamtgewicht von rund einer Tonne. Zum Vergleich: Das heutige TSF-W bringt bereits 6,3 Tonnen auf die Waage. Dennoch waren alle wichtigen Geräte und Einsatzmittel vorhanden und konnten schnell in Einsatz gebracht werden.

EIngliederung & Brandserie

Am 1. Dezember 1972 wurde Reichenbuch, gemeinsam den Gemeinden Lohrbach und Sattelbach, in die Stadt Mosbach eingemeindet und die Feuerwehr Reichenbuch wurde zur Abteilung der Feuerwehr Mosbach.

In den Jahren 1978/79 wurden die Kameraden der Feuerwehr Reichenbuch gefordert. So galt es in der Nacht vom 13. auf den 14. September 1978 gleich zwei Brände zu löschen. Eine Woche später schlug ein Feuerteufel wieder zu und die Stallungen und Scheune von Kamerad Karl Brauch fielen einem weiteren Brand zum Opfer.  Zu dieser Zeit hatten alle Bewohner, besonders die Landwirte sehr unruhige Nächte. In allen landwirtschaftlichen Anwesen wurden Nachtwachen aufgestellt, was für viele Feuerwehrkameraden und Einwohner so anstrengend und kräftezehrend war, dass man diese Wachen aufgeben musste. Es wurde zunächst ruhiger, bis die Kameraden am 23. Januar 1979 wiederum zu einem Brand der Scheune ausrückten. In derselben Nacht  musste noch eine weitere Feldscheune gelöscht werden. Damit endete Gott sei Dank diese Brandserie. Der Brandstifter konnte bis heute nicht ermittelt werden.

Man zog bezüglich der Ausrüstung der Feuerwehr Konsequenzen aus der Brandserie. Die Brände mussten noch unter Einsatz der eigenen Gesundheit ohne jeglichen Atemschutz gelöscht werden.  Im Jahr 1979 konnten die ersten Kameraden einen Atemschutzgeräteträger-Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal besuchen und 1980 wurden dann die ersten Atemschutzgeräte von der Stadt Mosbach übergeben.

Alarmierung

An dieser Stelle ist sicher für sie interessant, wie früher die Alarmierung der Feuerwehr bei Übungen von statten ging. Es gab noch keinen Übungsplan und feste Termine für Übungen, vielmehr fand die Alarmierung durch ein Signalhorn, geblasen von unserem Feuerwehrkameraden Otto Scholl statt. Er fuhr mit seinem NSU Moped durch das Dorf und alarmierte alle Wehrmänner. Die Arbeit blieb dann einfach liegen, bei Landwirten versorgte das Vieh die Ehefrau und die Kinder und der Mann ging flugs zur Feuerwehrübung. Die Teilnahmequote an den Übungen war sehr hoch.

Nachdem vor 1984 ausschließlich mit der Sirene Alarmübungen stattfanden, wurden jetzt  Alarm-Übungen über den „Funkwecker“ durchgeführt, die 2002 durch digitale Meldeempfänger ersetzt wurden.

Das erste eigene Fahrzeug und Gerätehausbau

 Das Jahr 1984 war für die Feuerwehr Reichenbuch in vielen Belangen ein Jahr der Veränderungen. So konnte am 20. Juli das neue Fahrzeug – also der Vorgänger unseres heutigen Fahrzeuges – vom Fahrzeughersteller Bachert in Bad Friedrichshall abgeholt werden. Wie sie gehört haben, musste zuvor  ja noch mit Tragkraftspritzenanhänger und einem eilig herbeigeholten Traktor in den Einsatz ausgerückt werden.

Bereits 5 Tage nach der Übergabe vom Hersteller hatte das Fahrzeug die erste Feuerprobe: Ein Hochwasser erforderte das Leerpumpen diverser Keller in Reichenbuch. Zudem beschäftigte ein Brand im Heizraum der Grundschule die Kameraden an diesem besagten Tag.

Bis 1985 hatte die Feuerwehr kein richtiges Gerätehaus, sondern  2 normale Einzelgaragen dienten als Unterstellplatz. Ein neues Gerätehaus, ausschließlich in Eigenarbeit gebaut, wurde dann gemeinsam mit einem neuen Fahrzeug 1985 eingeweiht.

Die 1990er Jahre

Die folgenden Jahre gestalteten sich eher ruhig. Die Übungen  wurden verstärkt mit Atemschutzgeräteträgern durchgeführt und bis auf wenige, kleinere Einsätze bleibt die Abteilung Reichenbuch von größeren Ernstfällen verschont. Erst das Jahrhunderthochwasser im Dezember 1993 erforderte Höchstleistungen. Die damaligen Kameraden waren hierbei nahezu 24 Stunden in Reichenbuch und Mosbach im Einsatz. So wurde beispielsweise auch der Keller des Nikolaus-Kistner Gymnasium von den Reichenbucher Kameraden leergepumpt.

Vom 22. Bis 24. Juni 1996 konnte dann das 110-Jährige Jubiläum mit großem Festakt im Festzelt am Sportgelände und einem Umzug begangen werden. Ein Jahr später machte dann die Sommertour von Radio Regenbogen Station an der Reichenbucher Schule.

 Das Jahr 1999 stand dann komplett unter dem Titel „Längste Bock-Bier-Theke der Welt“. Bäume wurden gefällt, eine Theke gebaut, eigene Biersorten gebraut, Biergläser produziert und Radio- und Fernsehinterviews gegebenen. Nach soviel Vorbereitung wurde der kleine Ort Reichenbuch am 1. Mai von mehreren tausend Bock-Bier-Fans und Wanderern regelrecht überrannt.

Kommandanten & Abteilungskommandanten

Natürlich gehören zu einer intakten Wehr auch ein Kommandant, bzw. Führung. Nach unseren Aufzeichnungen waren dies von Beginn an:

  • Karl Ebert
  • Richard Kempf
  • Alois Staudenmaier
  • Anton Knapp
  • Jochen Knapp
  • und seit 2003 bis heute Andreas Pokorny.

 

Die Wehr im neuen Jahrtausend

Im Jahr 2001 wurde die Abteilung Reichenbuch nach über 15 Jahren ohne Brandeinsätze zu einem Gebäudebrand im Ortsteil Reichenbuch alarmiert. Dieser lange Zeitraum ist  wohl ein Zeichen, dass die Reichenbucher Bevölkerung das Thema vorbeugender Brandschutz sehr ernst nimmt.

Unser altes bzw. bisheriges Fahrzeug aus dem Jahr 1985 kam in die Jahre und bereits 2003 wurden die ersten Gespräche bezüglich der Ersatzbeschaffung des Tragkraftspritzenfahrzeuges geführt und die Ersatzbeschaffung wurde im Haushalt der Stadt Mosbach vorgesehen.

Für uns noch viel wichtiger war die Ersatzbeschaffung einer neuen Tragkraftspritze. Nach gravierenden Mängeln an der alten Tragkraftspritze TS8  konnte im Jahr 2004 diese unbürokratisch durch ein neues Modell der Firma Magirus aus Weisweil im Breisgau ersetzt werden und verrichtet seitdem zuverlässig seinen Dienst.

In den folgenden Jahren wurde unter dem leider nicht mehr unter uns weilenden Gesamtkommandanten Wolfgang Goldbaum, der Grundstein für den heutigen „Löschzug“ aus Lohrbach, Sattelbach und Reichenbuch gelegt: Neben unregelmäßigen, gemeinsamen Übungen, rückte man zukünftig auch bei Brandeinsätzen gemeinsam aus.

Im Jahr 2006 konnte dann in Eigenleistung die Fassade des Gerätehauses und alle Wände im Innenraum gestrichen werden.  Auch der Boden in der Fahrzeughalle und im Umkleidebereich wurde erneuertt und der Mannschaftsraum im ersten Stock konnte um eine Küche und eine Theke erweitert werden. Dieser dient seither als gemütlicher Mannschafts- und Besprechungsraum für kleinere Runden.

Bis zum Jahr 2007 plagten die Kommandanten die Nachwuchssorgen in der Abteilung. Mit der Gründung einer Jugendfeuerwehr in Reichenbuch wurde, wie sich bereits gezeigt hat, der richtige Schritt unternommen, um nachhaltig die Personalstärke der Feuerwehr halten zu können. Die ersten Jugendlichen aus der Jugendfeuerwehr konnten bereits in die Einsatzabteilung übernommen und ausgebildet werden.

Neubeschaffung Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W)

Nachdem die Beschaffungsplanung eines Ersatzfahrzeuges der Stadt Mosbach festgelegt und der Haushalt beschlossen war, standen die Jahre 2010 und 2011 unter dem Motto „Neubeschaffung TSF-W“. Nach mehreren Konzeptworkshops und Vor-Ort-Terminen konnte das Fahrzeug im Dezember 2011 bei der Firma ADIK in Mudersbach abgeholt werden.

Ebenfalls im Sommer 2011 erreichte die Feuerwehr Reichenbuch eine großzügige Spende: Der Versicherer Badischer Gemeindeversicherungsverband stellte eine nagelneue Tragkraftspritze oder neudeutsch FPN 10-1000 der Firma Rosenbauer als Ersatz für eine alte TS8 der Firma Ziegler aus den 60er Jahren bereit. FPN ersetzt übrigens dabei das bekannte „TS“ und steht für  Feuerlöschkreiselpumpe für Normaldruck. Die Pumpe liefert 1000 Liter Wasser bei 10 Bar Förderdruck.

Am 8. und 9. September 2012 konnte (mit einem Jahr Verspätung) das 125-jährige Jubiläume, sowie die Einweihung des neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges TSF-W begangen werden. Teil des Programmes waren neben dem eigentlichen Festakt und der Fahrzeugweihe auch ein Spiel ohne Grenzen der Jugendfeuerwehr, eine Fahrzeugschau und eine Schauübung der JFW.

Einsätze und Übungen

Wir möchten Sie nun nicht mit jedem kleinen Einsatz langweilen. Wie jede Feuerwehr hatte die Abteilung Reichenbuch neben dem klassischen Brandeinsatz auch diverse Keller die vollgelaufen waren, Bäume die Straßen blockierten, Fahrzeugbrände oder Personensuchen. Nicht vorenthalten möchten wir einen Einsatz 1986, als eine Katze vom Reichenbucher Kirchturm gerettet werden musste.

Natürlich muss auch für den Ernstfall regelmäßig geübt werden. In der Regel passiert dies abteilungsintern. Jedoch wurden bereits kurz nach der Gemeindereform und der Eingliederung von Reichenbuch in die Kreisstadt Mosbach auch gemeinsame Übungen aller Abteilungen durchgeführt.

Ansprechpartner

Abteilungskommandant
Andreas Pokorny
info@feuerwehr-reichenbuch.de

 

Zahlen und Fakten

Mitglieder Einsatzabt.: 23 Mann
  davon:
  7 Atemschutzgeräteträger
  1 Gruppenführer
  2 Zugführer

Mitglieder JFW: 14 Jugendliche

Mitglieder Alterswehr: 7 Kameraden

 

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Kommende Termine

Die Jugendfeuerwehr trifft sich jeden Montag um 18:00 Uhr am Gerätehaus. Die Einsatzabteilung trifft sich in der Regel jeden ersten und dritten Montag im Monat um 19:45 Uhr. Alle weiteren Termine und Details sind auf den jeweiligen Seiten der Jugendfeuerwehr und der Einsatzabteilung zu finden.

Maibaumstellen 2014

Am letzten Tag des Aprils findet traditionell das Maibaumstellen am Reichenbucher Dorfplatz statt. Auch 2014 setzt die Jugendfeuerwehr Reichenbuch diese Tradition fort. Im Anschluss kann bei kühlen Getränken und leckeren Speisen vom Grill in den Mai gefeiert werden.